Stress abbauen

Stress abbauen

Stress schadet nicht, solange er eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen ist. Stress als Dauerzustand ist eine kaum zu unterschätzende Gefahr für unseren Leib und unsere Seele. Eustress und Disstress, positiver und negativer Stress. Wann ist Stress gefährlich für Dich und wie kannst Du Stress abbauen?

 

 

4 einfache Regeln wie Du Stress abbauen kannst

 

Stress als eine der größten Gesundheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts. Jeder von uns kennt Stress. Einige werden krank davon, andere zeigen ihm die kalte Schulter.

Wie kommt es, dass der eine Stress (Eustress) nicht schadet, im Gegenteil nützlich ist und der andere Stress (Distress) uns krank machen kann?

Kann man mit 4 einfachen Regeln Stress abbauen?

 

Definition Eustress

 

In der Evolution waren Stressreaktionen überlebenswichtig bei Gefahr.

Der Steinzeitmensch geht auf die Jagd, da begegnet ihm der Säbelzahntiger. Blitzschnell schüttet der Körper die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Diese Hormone sorgen dafür dass schnell Energie frei wird, der Körper ist in höchster Alarmbereitschaft. Der Puls ist schnell, die Aufmerksamkeit hoch. Flucht oder Kampf. Eines von Beiden ist nun angesagt. In jedem Fall powert sich der Steinzeitmensch aus, so dass diese Hormone im Körper keinen Schaden anrichten können. Dann kommt er, nach relativ kurzer Zeit wieder zur Ruhe und alles geht seinen ruhigen und geregelten Gang weiter. Dieses Stresssystem ist uralt und sicherte unser Überleben.

 

Definition Distress

 

Ganz anders sieht es heute aus. Nicht nur die unmittelbare körperliche Gefahr sorgt für die Ausschüttung der sogenannten Stress-Hormone. Auch Ärger, unterdrückte Wut, Trauer, Streit und Angst sorgen dafür, dass unser Puls rast, Glucose in die Blutbahn geschossen wird, sich die Durchblutung zentralisiert, das Blut dicker wird und wir unter extrem hoher Anspannung stehen.

In unserer modernen Gesellschaft sind diese archaischen Strukturen noch voll im Gange, nur die Reaktionen auf diese Stressoren bleiben aus. Es ist kaum denkbar, dass ein Mitarbeiter, der von seinem Chef ungerechter weise getadelt wird, aufsteht davonrennt und schreit. Oder gar mit seinem Chef einen Kampf beginnt. Nein, der Mitarbeiter bleibt brav sitzen und frisst alle in sich hinein. Die Stress-Hormone wurden auch hier ausgeschüttet, aber nicht „abgebaut“.

Was uns früher gerettet hat, bringt uns heute schlichtweg um.

Wie Stress abbauen

Was Du machen kannst, um dem Distress zu entgehen

Was dem einen die Galle überlaufen lässt, darüber kann ein anderer nur schmunzeln. Stress ist eine sehr individuelle Sache. Denn Stress beginnt im Kopf. Die Umwelt ist meist nicht zu ändern, was du ändern kannst ist Deine Einstellung. Du hast die freie Wahl. Du kannst Dich von Morgens bis Abends ärgern, Gelegenheiten gibt es genug dafür. Oder Du kannst loslassen und mit Gelassenheit reagieren.

 

Einflüsse, die Stressreaktionen hervorrufen können

• Hitze, Lärm, Kälte, Gestank, Enge, Höhe

• Zeitdruck

• Schmerzen, Hunger, Krankheit, Verletzungen, Durst

• Konflikte, Verlust, Trennung, Isolation

• Ärger, Trauer, Wut, Ängste, Haß, Streit

• negative Gedanken, Grübeleien

 

Gelegentlicher Stress hilft Dir angemessen auf Herausforderungen zu reagieren. Dauerstress hingegen brennt Dich aus und macht Dich krank. Chronischer Stress war deshalb auch das zentrale Thema der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie im März 2017.

 

Chronischer Stress macht krank

Zuerst sinkt die Konzentration, Du wirst weniger leistungsfähig. Gereiztheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Verdauungsprobleme. All dies sind erste Warnhinweise.

Dauerstress schwächt Dein Immunsystem, Entzündungen und Allergien können folgen, Herz- Kreislaufprobleme verursachen und zu Rückenbeschwerden führen. Depressionen gesellen sich hinzu. Namhafte Wissenschaftler gehen davon aus, dass Dauerstreit mitverantwortlich für Krebs sein kann.

Sozial steht die Isolation im Vordergrund. Die Betroffenen ziehen sich zurück und nehmen kaum mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Lange Krankheitszeiten oder gar Arbeitslosigkeit sind nicht selten und verstärken die soziale Isolation.

Nicht zu vergessen, das sogenannte ausgebrannt sein, die vollkommene Erschöpfung, das Burnout. Hat sich erst einmal ein Burnout manifestiert, so steht dem Betroffenen ein monate bis jahrelanger Leidensweg bevor. Deshalb ist es notwendig frühzeitig auf die Bremse zu treten und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

 

Mit diesen 4  Maßnahmen hat Distress keine Chance

  1. sorge für genügend Entspannung
  2. lerne nein sagen
  3. bewege dich ausreichend
  4. Lachen und Genuss dürfen nicht zu kurz kommen

 

Entspannung

Unser heutiges Leben lässt uns immer und überall erreichbar sein. Das Handy liegt immer neben uns, und genau hierin liegt die Gefahr. Mache es Dir zu Pflicht Handy-freie Zeiten fest in deinen Terminplan einzuplanen. Sei es auch nur für eine Stunde täglich. Du wirst erstaunt sein, wie befreiend es winken kann und wie viel Druck in dieser Zeit von deinenSchultern genommen wird. Nichts ist so wichtig, dass es nicht eine Stunde warten kann und außerdem gibt es eine Mailbox. Nur Mut, lass Dich darauf ein.

• Betreibe aktiv Entspannungsübungen. Das Angebot ist riesig, es reicht von Yoga über Tai chi bis zur progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

• gönne Dir Entspannungsbäder, gehe in die Sauna, geniesse Massagen

• Entspannung auf der mentalen Ebene, z.B. Meditation und Traumreisen, übe Dich in Achtsamkeit

• gehe bummeln, in den Sportverein, zum Friseur, treffe Dich mit Freunden

• mache Spaziergänge in der Natur, im Wald, auf der Wiese

 

Nein sagen

Wie oft denkst Du nein und aus Deinem Mund kommt ein ja? Danach fühlst du dich selten gut. Du ärgerst Dich über Dich selber. Jetzt musst du dich beeilen um alles zu erledigen oder umplanen, vielleicht auch auf etwas Dir Liebes verzichten.

Nein sagen kannst Du lernen. Werde dir darüber klar, warum Du nicht nein sagen kannst. Hast du Angst vor Ablehnung? Oder befürchtest du dann nicht mehr geliebt zu werden? Fürchtest du als egoistisch zu gelten? Viele Gründe können Dich dazu veranlassen Dich selber zu verleumden und ja zu sagen, wenn Dein Innerstes nein schreit.

Stelle Dir vor, was passiert, wenn Du nett und höflich aber bestimmt nein sagst.

Nein sagen trägt wesentlich zur Entspannung bei und hilft Dir Stress zu vermeiden.

 

Bewegung

Stress abbauen mit Bewegung. Bewegung baut das Stresshormon Cortisol ab und sorgt für gute Stimmung. Studien belegen, dass moderate Bewegung, also kein Leistungssport, Endorphine und Serotonin freisetzt, was unsere Stimmung aufhellt und Depressionen vertreibt.

Am besten findet die Bewegung im Freien statt, denn dann wird gleich auch noch Vitamin D produziert. Doch auch Treppensteigen statt den Lift zu benutzen sowie bei einer sitzenden Tätigkeit am Schreibtisch immer wieder aufstehen und sich recken und strecken bringt schon positive Effekte.

 

Lachen muss einfach sein

Stress abbauen indem Du geniesst und das Lachen nicht vergisst. Neuere Studien zeigen, dass Lachen Stresshormone abbaut. Der uralte Spruch „Lachen ist die beste Medizin“ ist heute noch so aktuell wie eh und je. Selbst ein aufgesetztes Lachen bewirkt, dass unser Immunsystem gestärkt wird und Stresshormone abgebaut werden. Lach-Yoga  könnte ein guter Ansatz sein wieder öfter zu lachen.

 

Wie geht das nochmal mit dem Genuss

Stress abbauen und Stress-Prävention betreibst Du, wenn Du geniesst. Mit all Deinen Sinnen kannst Du Genuss empfinden. „Wer nicht genießen kann ist ungenießbar“, trällert Konstantin Wecker in seinem wunderbaren Lied „Genug ist nicht genug“ (Du merkst, ich bin begeisterter Wecker Fan!).

Ja, die hohe Kunst des Genießens. Genießen hat etwas mit Achtsamkeit zu tun. Und mit Dankbarkeit. Genieße was Du tust und Du wirst ruhiger und ausgeglichener. Unterlasse es mehrere Sachen zur selben Zeit zu machen. Das berühmte Bild der Frau, die telefoniert, sich nebenher die Nägel lackiert und dann auch noch die Nachrichten hört ist ein Paradebeispiel dafür, wie es nicht gehen sollte. Ganz gleich was Du tust, mache es mit Genuss und mit Bewusstsein. Eines nach dem Anderen und nicht alles gleichzeitig.

Wie kann ich Stress abbauen

Stress abbauen in vier einfachen Schritten, es klingt zu schön um wahr zu sein. Und doch hast Du es zu einem sehr großen Teil in Deiner Hand, ob Stress Dich krank macht, oder ob Du gelassen über Stressoren hinweggehen kannst.

Gib dem Stress keine Chance, denn Stress beginnt im Kopf.

Mach Dich stark
Deine Monika Albicker

Stress abbauen, was weisst Du darüber zu berichten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

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